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Klinik für Neu- und Frühgeborene

Der Philosoph Martin Buber sagt: „Mit jedem Menschen ist etwas Neues in die Welt gesetzt, was es noch nicht gegeben hat, etwas Erstes und Einziges.“ Dazu können wir uns alle, aber insbesondere die Eltern herzlich beglückwünschen. Manchmal braucht es für den Start ins Leben aber ganz besondere Unterstützung - wenn Kinder mit einer Erkrankung geboren wurden oder deutlich vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen.

Ein besonderer Beginn

Diese neuen Erdenbürger benötigen unsere ganze Aufmerksamkeit. Sie brauchen eine eigene Form der Beobachtung,  Betreuung und Pflege, für die wir in der Klinik für Neu- und Frühgeborene speziell ausgebildet und ausgestattet sind. Dabei ist Ihre emotionale Unterstützung und Ihre Zuwendung aber mindestens genauso wichtig wie unser Wissen und die technischen Möglichkeiten einer modernen Medizin.

Bitte scheuen Sie sich nicht, offen über Sorgen, Ängste und Unsicherheiten zu sprechen. Ihre Gespräche mit den behandelnden Kinderärzten und Pflegefachkräften sind notwendig und wichtig, für Sie als Eltern und für Ihr Kind unersetzlich.

Dr. Dariusz Michna
Chefarzt

Teamarbeit rund um die Uhr

Im Mittelpunkt unserer Klinik steht die Versorgung von Früh- und Neugeborenen. Gemeinsam mit der Frauenklinik ist die Klinik seit 1989 als geburtshilflich-neonatologischer Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen und seit 2006 als "Perinatalzentrum Level 1" anerkannt. Dies entspricht der höchsten Versorgungsstufe für Früh- und Neugeborene, die der Gesetzgeber vorsieht. Behandelt wird das gesamte Spektrum der Erkrankungen und Fehlbildungen des Früh- und Neugeborenen.

Das Team der Klinik für Neu- und Frühgeborene besteht aus Kinderärzten, Kinderchirurgen, Kinderkrankenschwestern, Kinderkrankenpflegern, Kinderkrankenpflegeschülern und Physiotherapeuten. Unsere Ärzte und Pfleger arbeiten im Schichtsystem, damit Ihr Kind rund um die Uhr von qualifiziertem Fachpersonal betreut, beobachtet und behandelt werden kann.

Gebündelte Kompetenz - Zusammenarbeit im Zentrum Mutter und Kind

Zusammen mit der Klinik für Kinderchirurgie arbeiten Geburtshilfe, Elternschule und Neonatologie im Zentrum für Mutter und Kind zusammen. Gemeinsame Visiten mit den Geburtshelfern optimieren das vorgeburtliche Management bei Risikoschwangeren, z.B. bei Frühgeburt, Mehrlingen, Wachstumsretardierung, vorzeitigem Blasensprung oder mütterlichen Erkrankungen wie Diabetes. Bei drohender Frühgeburt und anderen Risikogeburten beraten wir die Eltern auch vor der Geburt. Bei vorgeburtlich bekannten Fehlbildungen kann eine gemeinsame Beratung der Eltern durch den Geburtshelfer, den Neonatologen und den Kinderchirurgen vereinbart werden.


Moderne Ultraschallgeräte erlauben weitreichende bildgebende Diagnostik direkt im Brutkasten oder am Bett, ohne dass der kleine Patient einem belastenden Transport ausgesetzt werden muss. Zudem können die Kinderchirurgen des Elisabeth-Krankenhauses alle chirurgischen Eingriffe bei Früh- und Neugeborenen zum Teil direkt auf der neonatologischen Intensivstation vornehmen.

Kooperationen bestehen auch mit Abteilungen außerhalb unserer Klinik, so z.B. mit der Augenheilkunde, Humangenetik, Kinderkardiologie, Kinderherzchirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und Orthopädie.

Leistungsspektrum 

Die Neonatologie ist das Teilgebiet der Kinderheilkunde, das sich mit allen Problemen des Neugeborenen beschäftigt. Es umfasst die ersten 28 Lebenstage, die eine ganz besondere Phase des Lebens darstellen. Das notwendige Wissen um diese Besonderheiten, besonders im Falle von Krankheit oder auch nach einer viel zu frühen Geburt ist so umfassend, dass es einer speziellen Weiterbildung für Kinderärzte/-innen sowie Kinderkrankenschwestern und -pfleger bedarf. Zur Gewährleistung der besten Versorgung unserer früh- und reifgeborenen Kinder bedarf es eines weitreichenden Erfahrungshintergrundes, qualifizierter Pflege nach besonderen Standards und modernsten intensivmedizinischen Möglichkeiten.   

Die neonatologische Station ist in unmittelbarer Nähe zum Kreißsaal bzw. dem geburtshilflichen Operationssaal auf derselben Etage angeordnet. Die 24-stündige Anwesenheit eines neonatologisch ausgebildeten Arztes und der neonatologischen Intensivschwestern gewährleisten eine optimale Versorgung der Früh- und Neugeborenen zu jeder Zeit. Ein belastender und nicht ganz risikofreier Transport gleich nach der Geburt kann so dem Neugeborenen erspart werden, ebenso ist eine frühzeitige Einbindung von Müttern nach operativen Entbindungen durch die enge Nachbarschaft von Intensivstation und integrativer Wochenbettpflege möglich. Bei Risikoentbindungen (z.B. Kaiserschnitt, Zangen- oder Saugglockenentbindung, Entbindung aus Beckenendlage oder kindlichen Risiken, z.B. Frühgeburt, Diabetes der Mutter) ist ein neonatologisches Team anwesend. Kranke Neugeborene aus geburtshilflichen Abteilungen anderer Krankenhäuser werden mit dem Baby-Notarztwagen, der über spezielle Transportinkubatoren verfügt, ins Elisabeth-Krankenhaus verlegt.


Die Klinik umfasst 30 Betten, davon 10 Neugeborenen-Intensivplätze und 2 Kinder-Intensivplätze. Die Station verfügt über eine personelle und apparative Ausstattung, die den Einsatz aller Therapieverfahren der modernen Neugeborenenintensivmedizin ermöglicht. Die Hauptprobleme der sehr kleinen Frühgeborenen resultieren aus der Unreife von Gehirn, Lunge und Magen-Darm-Trakt. Um den fehlenden Schutz und die Versorgung durch den Mutterleib zu „ersetzen“, sind zahlreiche medizinische Maßnahmen je nach individuellen Problemen erforderlich: Inkubatorpflege, künstliche Beatmung, künstliche und Muttermilch-Ernährung, medikamentöse Behandlung und intensive Überwachung durch Kinderkrankenschwestern, Ärzte und technische Geräte. Bei frühgeborenen Kindern ist ein zurückhaltender und schonender Einsatz von Beatmungstechniken besonders wichtig. Zur Schonung der Lungen wenden wir bevorzugt nicht-invasive Beatmungsformen [Rachen-CPAP (CPAP ═ kontinuierlicher Atemwegsdruck) und binasaler CPAP] und Surfactantgaben ohne Intubation an. Für schwerkranke Früh- und Neugeborene werden differenzierte Beatmungstechniken eingesetzt, neben der konventionellen Beatmung bestehen die Möglichkeiten zur Hochfrequenzoszillationsbeatmung (HFOV) und zur Beatmung mit inhalativem Stickstoffmonoxid (iNO-Beatmung).

Nachsorge

Wir bieten eine spezielle Risikosprechstunde für kleine und unreife frühgeborene Kinder an, in der die Kinder ambulant nachuntersucht werden. Im Bereich der Nachsorge arbeiten wir eng mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) am Elisabeth-Krankenhaus Essen zusammen.
Gesunde Neugeborene

Wir übernehmen auch die kinderärztliche Betreuung der gesunden Neugeborenen in unserem Neugeborenenzimmer inklusive notwendiger Ultraschalluntersuchungen (s.u.) und der Vorsorgeuntersuchungen U1 und U2. Aufgrund der räumlichen Nähe können häufig Kinder mit leichten Anpassungsproblemen, einer Neugeborenengelbsucht oder Frühgeborene ab 36 kompletten Schwangerschaftswochen im Neugeborenenzimmer verbleiben.

Kinderintensivstation

Neben der Intensivstation für Neugeborene wurden im Oktober 2007 im Elisabeth-Krankenhaus zwei weitere Intensivpflegeplätze geschaffen, in denen auch ältere Kinder (bis zum 14. Lebensjahr) intensivmedizinisch unter der Leitung von Chefarzt Dr. Dariusz Michna versorgt werden können. Diese Intensivplätze stehen interdisziplinär für die Klinik für Kinder- und Jugerndmedizin sowie für die Klinik für Kinderchirurgie zur Verfügung.

Für die Eltern besteht jederzeit - außer zu den Dienstbesprechungen - und -übergaben - Gelegenheit, bei ihren Kindern zu sein. Für sie steht auf Wunsch auch ein Elternzimmer mit einer Schlafmöglichkeit auf der selben Etage kostenfrei bereit.

Besuche - Eltern sind immer willkommen!

Die häufige Anwesenheit der Eltern auf der neonatologischen Intensivstation wird begrüßt und gewünscht. Denn neben der optimalen medizinischen Versorgung fördern wir durch eine ganzheitliche und individuelle Betreuung der Früh- und Neugeborenen unter enger Einbeziehung von Muttern und Vätern die frühe Bindung zwischen Eltern und Kind. Hierzu gehören die Kängurupflege, die entwicklungsfördernden Konzepte der Frühgeborenenpflege, intensive Betreuung und Unterstützung durch ausgebildete Stillberaterinnen und krankengymnastische Behandlung von Frühgeborenen inklusive Anleitung der Eltern. Besonders in die Pflege der Früh- und Neugeborenen werden Väter und Mütter im Elisabeth-Krankenhaus miteinbezogen. Vorsorge- und andere Untersuchungen finden in ihrem Beisein statt. Ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist auch das sogenannte „Känguruhen“, bei dem der Körperkontakt zwischen Kind und Mutter oder Vater im Vordergrund steht.

Besuchszeiten für Eltern - Kontakt zu Großeltern und Geschwisterkindern

Die Eltern unserer kleinen Patienten dürfen natürlich zu jeder Zeit zu ihrem Kind. Ausnahmen sind die Stationsübergabezeiten des Ärzte- und Pflegedienstes. Diese Zeit ist sehr wichtig für uns, denn nur dann können alle wichtigen Informationen rund um Ihr Kind von Schicht zu Schicht weitergeben werden. Diese Zeiten finden Sie am Eingang zur Station. Selbstverständlich sind wir in dringenden Fällen auch während dieser Zeit für Sie da, um Ihre Fragen zu beantworten oder Probleme zu lösen.

Großeltern und Geschwisterkinder dürfen das Baby in Ihrer Begleitung einmal während des Aufenthaltes besuchen. Bitte sprechen Sie mit der entsprechenden Pflegekraft eine Zeit für diesen Besuch ab.

Natürlich ist die Familie neugierig, wie der neue Erdenbürger aussieht. Aus diesem Grund wird bei der Aufnahme Ihres Kindes ein Foto für Sie erstellt. So haben Sie die Möglichkeit, Ihr Kind Freunden und Verwandten zu zeigen. Sie selbst dürfen ebenfalls Fotos von Ihrem Kind machen, vorausgesetzt der Zustand des Kindes erlaubt es. Bitte sprechen Sie mit uns, ob und wann es möglich ist, zu fotografieren.